Ein besonderes Hobby der Bären ist ihre Reisefreudigkeit. Da gibt es den einen oder anderen Ort der erkundet werden möchte. Sei es ein bestimmtes Urlaubsziel mit haarigem „Szene-Anschluss“, oder auch eines der zahlreichen Bären-Event in Deutschland, Europa oder Übersee.
Ich möchte Euch in loser Folge das eine oder andere Reiseziel vorstellen bzw. von Bärentreffen berichten.
Zum 11. Male lud die Wiener Bären Runde am Himmelfahrts-Wochenende vom 20. bis 24. Mai zum Bärenkongress. Wie jedes Jahr gibt es ein bestimmtes Motto welches sich in den Veranstaltungen widerspiegelt und heuer „Trachtenbären“ hieß. Auch fünf Nordbären sind dem Ruf gefolgt und in die Hauptstadt Österreichs gereist. In etwas über einer Stunde Flugzeit wird von Hamburg aus (z.B. AirBerlin oder Lufthansa) die Donau-Metropole erreichet. Ein Reiseführer ist ein Muss, denn alle Sehenswürdigkeiten hier aufzuzählen sprengen sonst den Rahmen des Berichts.
Los ging es am Mittwochabend mit gleich drei (!!!) Warm-Up-Parties. Die meisten Bären starteten den Abend in der Alte Lampe (das Mutterhaus der Wiener Bären) und zogen dann weiter in die „Schik caféBar“, die vom jüngeren Publikum sehr gut angenommen wurde. Wer noch ein wenig cruisen wollte war im SLING gut aufgehoben. Da alle Läden nur wenige Geh-Minuten voneinander entfernt gewesen sind, war auch so genanntes „Bar-Hopping“ möglich.
Am Himmelfahrtstag versammelten sich die Bären abends zu einem Wiener Heurigen. Bei Musik, jungem Wein und deftiger Haumannskost (vor allem Fleisch satt!) kamen an dem Abend mehr als hundert Bären aus ganz Europa und den USA zusammen. Es war eine gemütliche Stimmung, es wurde erzählt, getrunken, geknuddelt und die Gäste hatten die erste Gelegenheit ihre Trachten auszuführen.
Der Freitag hingegen war eine schweißtreibende Angelegenheit. Nachmittags ging es in das Kaiserbründl zur Bärensauna. Eine der schönsten Saunen Europas und ein Muss für jeden Szenebesucher. Auch der Bruder von Kaiser Franz Josef II. soll hier schon vergnügt haben (früher war es ein öffentliches Badehaus), ehe man ihn deswegen nach Salzburg verbannt hat. Abends wurde an anderer Stelle weitergeschwitzt, denn eine Party mit Balkan-Sound stand auf dem Programm. Spätestens zwei Stunden nach Beginn der Party tanzten die meist jüngeren Bären schweißgebadet mit freiem Oberkörper, wobei das Stammpublikum der Disco teilweise ziemlich irritiert schien.
Am Samstagvormittag war Kultur angesagt! Der 200. Todestag von Josef Haydn ist dieses Jahr für die Stadt Wien ein kultureller Höhepunkt. Bei Führungen in kleineren Gruppen durch das Wohnhaus konnte man allerhand interessantes über den Komponisten und die Lebensumstände in dieser Zeit erfahren. Für den Abend hatte die Wiener Runde in die Ottakringer Brauerei zu ihrem Haupt-Event eingeladen. Es gab wieder ein klasse Buffet mit Wiener Spezialitäten und vor allem Bier in diversen Sorten frisch vom Fass. Für Programm wurde natürlich auch gesorgt. Bevor die Bären-DJ’s Tom & Konrad den über 150 Bären (mehr als die Hälfte in Tracht!) bei toller Disco-Musik einheizten, brachten die Schwuhplattler (die einzige schwule Schuhplattlergruppe der Welt) aus München schon einmal den Laden zum überkochen. Selbstverständlich gab es auch den obligatorischen Mitternachtswalzer und bei ausgelassener Stimmung wurde dann noch bis in den frühen Morgen getanzt.
Am Sonntag endete der Bärenkongress dann traditionell mit einem Brunch. Hier gab es neben einer zünftigen Stärkung dann für viele noch eine letzte Möglichkeit sich zu knuddeln, Erinnerungsfotos zu schiessen und e-Mail-Adressen zu tauschen. Auch konnte man eine teilweise gedrückte Stimmung ausmachen, denn einerseits gabs leichte Ermüdungserscheinungen nach der rauschenden Ballnacht und dem köstlichen Bier, zum anderen neigte sich der 11. Bärenkongress dem Ende zu und es hieß Abschied nehmen. Aus allen Mündern hörte man: „Es war wunderschön und ich komme gerne wieder!“
Als Fazit kann man nur sagen, dass Präsident Adi und sein Team von der Wiener Runde nicht nur einen sehr tollen Bärenkongress organisiert haben, sie müssen auch Aktien beim Wettergott gehabt haben, der die Tage für frühsommerliches Kaiserwetter gesorgt hat.
Ich freue mich schon aufs nächste Jahr,
Markus
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